KÖRPERLICH AKTIV

Eine Stunde Bewegung gleicht acht Stunden sitzen aus

Wie viele Stunden pro Tag sitzen Sie? Im Zug zur Arbeit? Im Büro vor dem PC? Am Abend im Kino oder vor dem Fernseher? Das sind sicher schnell einmal acht Stunden oder mehr.

Wie viel Bewegung ist nötig?

Es ist hinlänglich bekannt: Körperliche Inaktivität ist ungesund und wird mit einem erhöhten Risiko von Herzerkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass weltweit mehr als 5 Millionen Menschen pro Jahr aufgrund mangelnder Bewegung sterben.

Forscher unter der Leitung von Prof. Ulf Ekelund von der Norwegian School of Sport Sciences in Oslo wollten herausfinden, wie viele Stunden Bewegung täglich nötig sind, um die Gefahr eines erhöhten Todesrisikos zu beseitigen. Dazu haben sie Daten von mehr als einer Million Menschen aus 16 Studien analysiert – mehrheitlich Personen von über 45 Jahren aus den USA, Westeuropa und Australien.

Gute Nachricht für Sport- und Fitnessmuffel

Die Resultate zeigen: Menschen, die täglich acht Stunden sitzen und im Minimum eine Stunde körperlich aktiv sind, können ein erhöhtes Risiko abwenden, an den Folgen körperlicher Inaktivität zu sterben. Laut den Wissenschaftlern ist dafür noch nicht einmal der Gang ins Fitness-Studio nötig: Velofahren im eigenen Tempo (16 km/h) oder flottes Gehen (5,6 km/h) reichen dafür schon aus.

Wer hingegen wenig sitzt und sich auch wenig bewegt – eine weitere Erkenntnis der Studie –, hat ein grösseres Risiko, wegen körperlicher Inaktivität zu sterben als aktive Menschen. Darum: Bewegung ist wichtig, egal wie viele Stunden pro Tag man sitzt.

Mehr Wegstrecke zwischen den Busstationen

Diese Studienresultate sind Teil einer kürzlich publizierten „four-paper“-Serie, die anlässlich der Olympischen Spiele 2012 in London ins Leben gerufen wurde – mit dem Ziel, die globalen Auswirkungen körperlicher Inaktivität auf nichtübertragbare Krankheiten zu quantifizieren.

Die weiteren aktuellen Papiere widmen sich den weltweiten Gesundheitskosten und Produktivitätseinbussen, die durch körperliche Inaktivität entstehen sowie Fortschritten, staatlicher Bemühungen in Sachen körperlicher Bewegung. Sie zeigen zudem erfolgreiche Ansätze einer Zusammenarbeit von Schulen, Stadtplanung und Verkehr auf. Die Autoren verweisen dabei auf erfolgreich umgesetzte Projekte wie etwa jenes, Busstationen weiter auseinander zu platzieren, um so die Menschen zu mehr Bewegung zu animieren.

Ausführlichere Informationen zur Studie
Zum Fehlzeiten-Report 2016 der AOK Gesundheitskasse: