Von «Push» zu «Pull»

Führen im digitalen Zeitalter

«Die Digitalisierung verlangt eine Re-Definition, was Führung ist», schreibt Joël Luc Cachelin im Studienbericht 2014/15 von «Best Recruiters» Österreich. Der Geschäftsführer der Wissensfabrik, einem Think Tank für Herausforderungen der digitalen Wissensgesellschaft, ist überzeugt: «Wer den digitalen Wandel erfolgreich bewältigen will, sollte auch seine Führungskultur innovieren.»

Es sind in erster Linie die veränderten Arbeitswelten und die Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Führungskräfte, die eine Re-Definition des Führens verlangen. Denn die Zukunft der Arbeit ist von stetigem Wandel und Zukunftsunsicherheit geprägt

Führen heisst gestalten

Bei der neuen Führungslogik liegt der Fokus nicht mehr auf der Führungskraft, sondern auf dem Netz, in dem die Führungskraft tätig ist. Ihre primäre Aufgabe ist es nicht, Menschen zu führen, sondern durch Vernetzen, Verbinden und Verknüpfung das Netzwerk zu entfalten. Der Radius des Führens nimmt zu, der direkte Einfluss der Führungskraft ab. Führen ist in erster Linie eine Gestaltungsaufgabe.

Hürden auf dem Weg zum Wandel

Der Think Tanker Joël Luc Cachelin sieht drei Hürden, die der Transformation der Führung im Wege stehen:
– der tief verankerte Glaube, Unternehmen und Institutionen unter Kontrolle halten zu können,
– die Konzentration der Macht – wobei übersehen wird, dass respektierte Autorität im digitalen Zeitalter aus Charisma und Kompetenz und nicht mehr aus Hierarchien resultiert,
– Wissenstresore – denn ohne Transparenz fehlt den Mitarbeitenden besonders der Generation Y das Vertrauen in ihre Vorgesetzten.

Von der Push- zur Pull-Führung

Diese drei Hürden spiegeln sich in der antiquierten Vorstellung, Führung sei eine Push-Funktion. In einer Arbeitswelt des konstanten Wandels und verflachter Hierarchien braucht es Führungskräfte, die ihren Anspruchsgruppen zuhören, Informationen und Gefühle verdichten und die Entwicklung von Ideen fördern. Führungskräfte, die in diesem Kontext auf Push-Führung setzen, verpassen es nicht nur, die Kräfte der Pull-Führung zu nutzen, sondern schaden diesen rasch nachhaltig.

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Joël Luc Cachelin zum Thema: «Führen im digitalen Zeitalter»