Arbeit Und familie

Die «überforderte Generation»

Die Humboldt Universität Berlin hat in einer Studie aufgezeigt, dass sich die Lebensläufe junger Erwachsener in den letzten 40 Jahren drastisch verändert haben. So stimmt für die heutige Generation junger Erwachsener die Organisation der beruflichen Lebensläufe nicht mehr mit der familiären Lebensführung überein. Die Forscher sprechen von der «überforderten Generation».

In der «Rushhour des Lebens»

Während die Nachkriegsgeneration als junge Erwachsene in den 1970er und 1980er Jahren die berufliche Integration und die Familiengründung noch als kontinuierliches Nacheinander empfand, muss die «überforderte Generation» heute in einer kurzen Zeitspanne zwischen zirka dem 28. und 35. Lebensjahr diese beiden zentralen Lebensanforderungen zeitgleich bewältigen.

Grund für diese «Rushhour des Lebens» sehen die Forscher insbesondere in der Verzögerung der ökonomischen Selbstständigkeit der jungen Menschen von heute.

Innerfamiliäre Arbeitsteilung

Wer sich trotz des Widerspruchs zwischen den beruflichen Anforderungen und der Entwicklung von Familienbeziehungen für Kinder entscheidet, ist ungleich höheren Anforderungen ausgesetzt als noch die Generation der eigenen Eltern. Denn diese hatte mit dem Modell der klaren innerfamiliären Arbeitsteilung – mit dem Vater als ökonomischem Versorger und der Mutter als Hausfrau – ein eindeutiges Orientierungsmuster für die Organisation der Fürsorge.

Für die «überforderte Generation» stellt dieses Orientierungsmuster kein Vorbild mehr dar. Der gesellschaftliche Wandel hat auch kein neues Muster für die Organisation von Fürsorge hervorgebracht, so dass die Zeit für Fürsorge in jeder Partnerschaft individuell ausgehandelt werden muss.

Medienmitteilung als PDF

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Medienmitteilung der Humboldt-Universität Berlin zur Studie «Die überforderte Generation»

KOLUMNE

Schatz, ich muss jetzt kurz arbeiten!

Michèle Roten:
«Multitasking».

Aussagen

«Ausgeruhte Mitarbeiter kommen motivierter zur Arbeit.»

 

Freizeit ist Arbeit

KOLUMNE

Ich sag dir, wie er das hinkriegt: Seine Frau kriegt das hin.

Michèle Roten:
«Der Streber».